Der Straßenhund – PROLOG

Prolog „Der Hund – der Straßenhund“

Ein Hund ist ein Lebewesen. Er fühlt, denkt, träumt, leidet, liebt. Er genießt den Moment und lebt im hier und jetzt. Er denkt nicht an morgen und denkt nicht darüber nach was gestern war. Er steht mit allen vieren im Leben. Im hier und jetzt. Während wir Menschen uns über die alltäglichen Dinge immer Gedanken machen, hat der Hund uns eines voraus. Ihm ist es egal, was andere von Ihm halten, wie er aussieht, ob er klein ist oder groß, ob er aus Frankreich oder Ungarn kommt. Ein Hund kennt weder Rassismus, noch kennt er verschiedene Sprachen. Alle Hunde kommunizieren gleich. Der eine besser, der andere schlechter. Er achtet das Leben und tötet nur um zu Überleben. Anders, als wir Menschen. Einige von uns töten aus Spaß, aus Gier, aus Hass – wieder andere von uns genießen das Leben.

Vor Jahrhunderten jagten Wolf und Mensch Seite an Seite. Der Wolf erkannte, dass das Leben mit dem Menschen von Vorteil für Ihn sein kann und der Mensch erkannte die Vorzüge einer Zusammenarbeit mit dem Wolf. Wann genau die Domestizierung stattfand kann nicht genau beziffert werden. Während der Eiszeit näherten sich Wolf und Mensch an. Da die größeren Beutetiere abwanderten herrschte Nahrungsknappheit. So traf der Wolf auf den Menschen. Schon damals verursachte der Mensch Müll. Dadurch, dass sich der Wolf auf kleinere, schreckhaftere und schnellere Beutetiere konzentrieren musste, verbrauchte er mehr Energie. Man nimmt an, das während dieser Zeit die Annäherung von Wolf und Mensch stattfand. Hier entstand der Ursprung unseres heutigen „Haushundes“.

Vor Jahrhunderten wusste der Mensch das Leben noch zu achten, seines wie das des Hundes. Und heute? Ist es nicht traurig, dass viele Menschen weder Ihr eigenes Leben noch das der Hunde oder von anderen Lebewesen wertschätzen? Wann haben wir uns so gewandelt, das uns das Leben eines einzelnen Tieres nichts mehr Wert ist. Der Hund war und ist uns treu ergeben. Wir haben früher zusammen mit Ihm unser Essen geteilt und gingen auf die Jagd. Und heute?

Heute werden Hunde lebendig in Müllpressen geschmissen, absichtlich überfahren, angeschossen, gequält, totgeschlagen, getreten, ertränkt oder lebendig verbrannt (www.earthlings.de). Und alles nur, aus einem von uns verursachten Problem. Einige von uns rümpfen die Nase oder schauen weg, oder beides – ist ja nur ein Hund? Würden wir einen älteren Herren/ eine Frau oder ein Kind anstelle des Wortes „Hund“ in den Text, den Du soeben gelesen hat einsetzen, sähe das ganz anders – denn viele von uns stellen sich selbst und den Menschen über das Leben eines Tieres – in diesem Fall des Hundes.

 

Würde man ein Kind lebendig in eine Müllpresse schmeißen und so töten, wäre der Mensch der das getan hat schon längst zur Rechenschaft gezogen worden, sei es durch die Behörden oder durch hasserfüllte andere Menschen. Wie sähe das aus wenn dieser Mensch dann noch einen Lohn dafür bekommen würde? Ist die Vorstellung nicht absolut schrecklich? JA! Aber bei einem Hund,.. na ja ist ja kein Mensch… halb so wild höre ich immer. Bitte? Dieses Szenario spielt sich täglich auf Straßen ab. Und glaub bitte nicht, dass so etwas nicht bei uns passiert. Auch Tierschützer können nicht überall sein und das Veterinäramt kann meist erst eingreifen, wenn es schon zu spät für einige Tiere ist. Es ist absolut wiederwertig und traurig wenn man sieht, wie der Mensch mit dem Hund umgeht. Und es ist noch widerlicher, wenn er Gefallen daran findet oder Geld dafür bekommt. Denn das Problem ist durch uns verursacht worden.

 

Wie es zum Straßenhund kam

Lesenswert: Beitrag auf Focus – so grausam sterben Straßenhunde in Rumänien

Was glaubst Du? Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, wie Straßenhunde überhaupt zu Straßenhunden wurden? Ursprünglich war einer von Ihnen mal ein Haushund. Er wurde geliebt, gestreichelt und gefüttert, aber nur solange, wie er keinen Ärger verursachte. Vielleicht pinkelte der Hund auf einen persischen, teuren Teppich, hat ein Familienmitglied gebissen oder wurde trächtig. Jedenfalls war der Mensch dem Tier überdrüssig. Er wollte es beseitigen und setze das Tier aus, oder vertrieb es mit Schmerz. Der Hund, nun auf sich allein gestellt verlor sein Zuhause und lernte von einer Sekunde auf die nächste das harte Leben auf der Straße kennen. So erging es nicht nur unserem fiktiven Hund hier, sondern so ergeht es aktuell und immer noch vielen anderen Hunden. Wenn die Tiere dann noch unkastriert sind, oder trächtig ausgesetzt werden, nimmt die Natur Ihren lauf. Die Tiere vermehren sich und werden vor Ort zur Plage. Die Nahrung wird knapp. So klauen die Straßenhunde aus Mülltonnen, aus Restaurants oder versuchen das Brötchen von einem Tourist aus der Hand zu klauen. Der Tourist betitelt das als Aggression und schon wird der Hund gejagt. Die Hinterlassenschaften sammeln sich auf den Straßen, es stinkt, der Mensch tritt in die Fäkalien. Ein teuflischer Kreislauf der keinen von beiden Zufriedenheit verschafft.

So beschloss der Mensch, sich dem Thema anzueignen. Aber nicht durch Aufklärung sondern durch Gewalt. Tierschutzvereine versuchen durch große Kastrationsaktionen der Vermehrung Herr zu werden, aber solang der Mensch weiter Hunde aussetzt, führt dies nur bedingt zum Erfolg. So werden Aktionen zum Vergiften von Hunden geplant und durchgeführt. Dies tötet nicht nur Straßenhunde, sondern auch Haushunde, Katzen und andere Fleischfresser, die eine toxische Mahlzeit vertilgt haben. Mit Hilfe von städtischen Mitteln werden Shelter erbaut. Diese Shelter sind etwas anders, als unsere Tierheime, wo sich zwei vielleicht höchstens vier Hunde einen Zwinger teilen. Nein, diese Shelter sind ganz anders.

Ein Hund aus der Tötungsstation

Von der Stadt angestellte Hundefänger gehen mit so genannten Fangstangen auf die Jagd nach Straßenhunden. So eine Stange ist aus Aluminium und mit einem Stahlseil bestückt. Die Schlinge wird um den Kopf des Hundes gelegt, der zuvor irgendwie und irgendwo in die Enge getrieben wurde. Ein Mechanismus zieht die Schlinge zu, die Luxusvariante macht dies voll automatisch. Um den Vierbeiner auf Distanz zu halten wird ein zwei Meter langer Stab eingesetzt, der Hund kann nun nur noch der Stange folgen. Sich wehren, herumrollen und ziehen verursachen starke Schmerzen am Kehlkopf und Nacken des Tieres. Die meisten Hunde werden am Stab dann hochgehoben und in eine Box, die sich in einem Transporter befindet geschmissen. Wie Müll werden die Hunde aufgesammelt und wie Müll werden Sie behandelt. Ob der Wagen dabei stundenlang in der prallen Sonne steht ohne Klimaanlage ist den meisten egal. Paralysiert vor Angst kauern sich die Hunde in die Boxen des Transporters bevor es zu einem örtlichen Shelter weitergeht. Dort werden die Hunde auf die gleiche Weise entladen, wie Sie gefangen wurden. Manchmal bricht ein zartes Genick während einer solchen Aktion, manchmal kommt ein Hund glimpflich davon, zumindest bis er in einem Shelter ist.

Vollgekotete, stinkende, überfüllte Zwinger. In einem Zwinger befinden sich oft 20-40 Tiere je nach Größe. Manche fressen sich gegenseitig auf. Im Winter erfrieren viele, da es weder Hütten noch Liegeplätze gibt. Die angefressenen, toten Körper werden um das Shelter rum verscharrt in einem Loch. Futter gibt es nicht zu geregelten Zeiten, das Motto lautet: „Friss oder stirb“. Futterneid entwickelt sich. Andere Hunde die kleiner sind werden todgebissen aus Futteraggression. Dreckiges Abwasser oder Kanalwasser dient als Trinkgut. Schlafen können die Hunde nur wenn Sie total übermüdet sind, dann auch nur kurz – denn die anderen lassen einen nicht schlafen und wenn ein Tier schläft kann es sein, das ein anderer Hund aus Hunger Ohren, Nase oder Route anfrisst. Und das tun wir unserem besten Freund des Menschen an. Welche psychische und physische Belastung hält ein Tier so aus? Was würden wir aushalten?

Der Aufenthalt in seinem solchen Shelter dauert in etwa zwei Wochen, manchmal auch sechs. Holt keiner einen gefangenen Hund ab, ist er dem Tode geweiht. Die „humanste Lösung“ (das ich dieses Wort überhaupt nutze,…denn was ist überhaupt human?) wäre es, das Tier, welches einem zuwider ist, einzuschläfern ohne Schmerz.

Viele Menschen denken auch, dass dies so der geregelte Ablauf ist. Weit gefehlt. Die Hunde werden in Gitterkäfige gesperrt und entweder zu Tode gepresst, ertränkt oder lebendig verbrannt.

Wenn Du dich für einen Hund aus einem Tötungsshelter entscheidest, hast Du nicht nur irgendein Leben gerettet, sondern das ganze Leben eines Hundes. Du hast sein Leben ermöglicht.

Das bedeutet bestenfalls, dass der ungeliebte Vierbeiner ein Zuhause mit tollen, verständnisvollen Menschen bekommt und das erste Mal in seinem bisherigen leben erfährt, wie es ist, ein Haushund zu sein, wie es ist, Teil einer Familie zu sein. Bitte behalte im Hinterkopf, wo euer Straßenhund herkommt und was er vielleicht durchlebt hat. Denn kaum ein Mensch wird Verständnis dafür haben, dass der Hund, den Ihr euch geholt habt, vielleicht nicht direkt so funktioniert wie manch einer das möchte. Denkt bitte darüber nach – lange – woher das Tier stammt, was es durchlebt haben könnte und das dieser Hund womöglich nur die Menschen mag, die Ihm ein Zuhause schenken. Wenn er überhaupt noch Vertrauen aufbauen kann. Je nach Charakter, Intelligenz und bisherigem Lebensumfeld kann ein Hund auch niemals integriert werden. Das bedeutet, der Hund kann niemals an einer Leine gehen, kann niemals gestreichelt, niemals von der Hand gefüttert und niemals gebürstet werden.

Straßenhunde sind Überraschungspakete, sie können toll werden und absolut loyal, anhänglich und liebevoll, sie können sich aber genauso gut niemals eingliedern und das sollte Dir bewusst sein, bevor Du über die Anschaffung eines Straßenhundes nachdenkst.

Video ProSieben / TAFF:

So geht es den rumänischen Straßenhunden

„Der Wunsch, ein Tier zu halten, entspringt einem uralten Grundmotiv – nämlich der Sehnsucht des Kulturmenschen nach dem verlorenen Paradies“. Konrad Lorenz

 

Du hast dich entschieden, dass du einen Straßenhund möchtest. Das du einem Tier ein Leben schenkst, das zuvor nicht möglich gewesen wäre. Das finde ich großartig. Um es hier nochmal kurz zu sagen, Du bist ein großartiger Mensch. Du hast einem ungeliebten Tier vor, ein Zuhause zu schenken. Bitte sei dir aber darüber bewusst, woher dein Hund kommt.

Es bedeutet nicht, dass alle Shelter in Rumänien schlecht sind. Aber das Geld ist knapp, die Ressourcen auch. Viele Menschen bringen immer mehr und mehr Hunde in Shelter. Aber alle haben eines gemeinsam: Sie sind überfüllt und das Hauptproblem ist der Mensch.

www.bmt.de
Hundehilfe EUROPA
Streunerhilfe Vier Pfoten

 

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