Der OP-Tag

Um 6 Uhr begann mein Tag. Ich schnappte mir meine Hunde und ging genüsslich eine große Runde mit Ihnen durch den Wald. Meinen Mann hatte ich mit der Situation „HUND“ bestens geschult. Ich packte meine restlichen Sachen und um 7:45 starteten wir Richtung Krankenhaus. Pünktlich um 8:30 Uhr waren wir vor Ort.

Ich wurde direkt empfangen und auf mein „neues Zuhause“ gebracht. Ein großes Zweibettzimmer (ich bin nur gesetzlich krankenversichert und alles zuvor war furchtbar, dieses KH ist wirklich Hammer!), dort schlief schon eine ältere, aber sehr nette Dame wie ich später feststellte. Auf dem Zimmer befand sich direkt ein ebenerdiges Bad, neu modernisiert, Dusche, Föhn alles was man braucht. Im fünften Stock hat man auch noch eine gute schöne Aussicht und das Beste .. mein Bettplatz war der am Fenster 🙂 Die Schwester brachte mir OP Kittel, Thrombose-Strümpfe und eine  „Müde-mach“ Tablette die ich um 9:30 nehmen sollte. Eine Schwester überprüfte den Blutdruck und den Puls, Puls war bei 52 – also mein ruhiger Sportlerpuls (nennt man Bradykard, bei trainierten Herzen kann der Puls durchaus mal zwischen 40-59 sein). Um 9:30 sollte ich mich dann fertig machen. Mein Mann hatte sein iPad und etwas zum Lesen mit, kümmerte sich direkt um eine WLAN Verbindung (die es dort für 5€ gab) damit ich mich auch ja nicht langweile 🙂 Um 9:30 nahm ich meine Tablette. Ich solle dann bitte keinesfalls aufstehen, wenn ich diese genommen habe. Na – ich merkte gar nichts und wuselte weiter rum. Die Schwester meinte, andere Patienten haut die Tablette um wieder andere merken gar nichts. Ich war wohl Typ zwei.

Kurz vor Zehn kam dann die Schwester: „Jo, geht los, die sind früher fertig geworden“ – ja erm ok… 🙂 Also 40 Minuten eher in den OP. Ich wurde von einer Studentin und einem Pfleger in den OP-Saal geschoben. Bzw. erst in den Vorsaal. Wo man von Bett eins in OP-Bett wandern musste. Also krabbelte ich in meinem sexy Krankenhausunterhemd über den Wärmetisch auf das OP Bett. Der Wärmetisch dient dazu ältere Patienten leichter von dem einen Bett ins andere zu bekommen, dieser lässt sich nämlich mechanisch hoch, runter rechts links fahren. Nach ein paar Scherzen mit den Pflegern ging es dann in den OP-Saal fünf. Dort wurde dann eine Braunüle gelegt, also wenn meine Venen Lust gehabt hätten auch am richtigen Arm, aber die hatten keine Lust, also musste der linke Arm dran. Ich bekam eine Sauerstoff Maske auf mit den Worten „Keine Angst, das ist nur Sauerstoff“ ich hörte noch „Gib nochmal 20ml ….“ ZACK war ich weg. Bei mir sind Narkosen immer wie ein Lichtschalter: KLICK – Kopf aus – KLICK Kopf an. Meinem Mann wurde mitgeteilt das OP Ende um 12:45 war. Also knapp 2 3/4 Stunde haben die Ärzte gebraucht meinen ein Kilo schweren Gebärkörper zu entfernen. Normalerweise 1,5h. Um 12:58 schaute ich auf die Uhr, ich wurde im OP Saal wach, wo das Personal schon aufräumte. Ich hörte nur: „Ach, Sie sind ja fix, ja dann eben kein Aufwachraum“. Und an eines kann ich mich erinnern. Ich habe soooooo gefroren, als ich aufwachte, ich habe fast zwei Stunden gebraucht, bis mir wieder warm wurde, einer der Pfleger brachte mir noch eine Decke. Den ganzen Weg nach oben jammerte ich schon wegen den Schmerzen, aber nicht wegen den OP Schmerzen, sondern wegen dem Katheter, der einem gesetzt wird, damit die Blase leer bleibt. Dieses KACKTEIL tat so dermaßen weh, das um 13:10 die Schwester die Ärztin fragte ob Sie es entfernen dürfte. Um 13:14 war das Ding draußen und ich stand schon wieder auf den Beinen ohne Schmerzen. Der Katheter ist wohl verrutscht, ja doof. Sonst ging es mir ganz gut, schmerzen waren gedämpft durch Schmerzmittel und Narkose. Ich blieb noch eine Weile am Tropf. Bewegte mich aber direkt danach. Gegen Abend wuselte ich schon auf dem Gang rum (das ist immer unterschiedlich, andere Patienten vertragen Narkosen nicht so gut und können erst zwei Tage später aufstehen). Ich hatte Links noch eine Drainage, die ich mit mir rumschleppen musste. Die Drainage diente dazu, Wundflüssigkeit abzufangen. Ich nannte den Beutel „Herbert“. Herbert tat auch nicht weh, und störte nur minder. Zu Abend gab es eine Brotscheibe und ein bisschen Wurst. Dann schlief ich gegen 20 Uhr auch ein. Einmal in der Nacht wurde mein Blutdruck gemessen und mein Puls, war alles in Ordnung. Der Morgen begann mit der Visite um 7:15 Uhr. Die Ärztin schilderte mir, dass soweit alles gut gelaufen ist. Es gab Frühstück. Brötchen und Wurst.

Ich bekam Schmerzmittel, die Pflaster (vier) wurden überprüft und die Drainage wurde gezogen (doch, dass tat weh, ich möchte es nicht schön reden). Auch das GAs mit dem man während der OP aufgepumpt wird, merkte ich sichtlich. Es schmerzte schon etwas, das aufstehen, aufrichten..mein Mann besuchte mich täglich mit den Hunden. Ich lief mittwochs, also einen Tag später schon sehr sehr langsam eine Runde ums Krankenhaus. Gegen Mittag wurde die Dame nebenmir entlassen. Bis zu meiner Entlassung hatte ich also ein „Einzelzimmer“, Auch zwei sehr liebe Freude schauten am Abend vorbei. Das Problem war die Essensplanung. Ich bin leider gegen Milch und Eier allergisch, also gegen vieles.. das erste Mittagessen waren trockene Nudeln mit einer glibberartigen Soße (ich taufte Sie liebevoll Spermasoße) – leider schmeckte die Soße auch so ABER ich bekam einen ALPRO Pudding Vanille 🙂 Und einen kleinen Salat (yay!).

Donnerstag ging es mir schon gut. Ich durfte duschen .. wie gut diese Dusche tat! Zudem durfte ich die antiallergischen Pflaster entfernen … erm.. antiallergisch? Ja ich nicht… ich hatte überall fiese Pusteln vom Klebstoff 🙁 Also musste ich mir den Bauch auch noch mit Waschbenzin abwaschen. Die Schmerzen waren halt da, es fühlt sich halt genauso an, wie wenn man ein Kilo Organ entfernt bekommt. Mir wurde gesagt, Freitag darf ich die Heimreise antreten, wenn ich weiter so fit bin. Am Donnerstag besuchten mich noch drei sehr liebe Menschen. R. brachte mir was Ordentliches zu Essen mit (DANKEEE!!).

Am 10.4. hatte ich eine Kontrolle beim Frauenarzt. Nochmal Ultraschall – soweit sah alles gut aus, Wundwasser in der Bauchhöhle, noch viel Gas (das Gas kann da auch 3-4 Wochen bleiben…). Nächster Kontrolltermin steht am 23.4. an und am 25.4 geht es wieder wie gewohnt zur Arbeit (juhu). Ich war jetzt auch lang genug zu Hause.

Meine sportliche Aktivität also Joggen, darf ich auch nächste Woche wieder aufnehmen, aber langsam. Zusätzlich muss ich zur Krankengymnastik einmal die Woche.

Mein Fazit: Ja, es ist schmerzhaft, aber es lässt sich aushalten. Bis lang hatte ich auch keinerlei Krämpfe mehr gehabt, keine Schmerzen mehr.
Meine vierte Naht tut noch etwas weh und ich hoffe ich kann nächste Woche wieder Jeans oder HOSEN allgemein tragen, aber sonst war es auszuhalte. Der Aufenthalt im Krankenhaus wurde einem so angenehm wie möglich gestaltet, das Personal war nett und freundlich. Die OP selbst habe ich ja nicht mitbekommen, ich bin aber zufrieden so wie die Nähte wohl aussehen (ich sehe ich nichts da sind Wundheilpflaster drauf). Für mich war es die beste Entscheidung und ich muss mich nie wieder mit einem Organ rumschlagen, das sowieso tumorös entartet ist und nur Schmerz verursacht.

Und so sieht das ganze OP technisch aus:
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