Einem älteren Hund etwas beizubringen dauert unter Umständen länger, denn er hat nie gelernt zu lernen. Wie kann man nun einem älteren Hund etwas beibringen?
Kurz vorab, es ist nicht unmöglich 🙂 Es klappt gut. Was braucht man? Geduld, Geduld und Ruhe.. und nochmal Geduld. Durchaus dauert es etwas länger, bis der Hund versteht, was man von einem möchte. Fragende Blicke und 0 Bock sind erstmal eine ganz normale Reaktion. Viele gehen den Weg und lassen Ihren Hund erstmal „ankommen“ und es passiert ein halbes Jahr gar nichts. Ich wurde schon „verteufelt“ weil ich meinem neuen Freund direkt Grenzen aufweiste. Es sei ja „pervers“ ein Tier zu retten und direkt mit dem Training zu beginnen. Nehmen wir an, wir machen ein halbes Jahr gar nichts, hat sich der Hund an deinen Ablauf gewöhnt. Er weiß wie Du tickst, er kennt den Alltag und auf einmal dreht sich dein Herrchen/Frauchen um 180 Grad, er darf Dinge nicht mehr, die er vorher durfte – was ist für Ihn wohl schwieriger? Sich in einem Gebiet mit Regeln zurecht zu finden und direkt zu lernen „aha, so läuft das hier“ oder Gewohnheiten zu unterbrechen und sich komplett neu umzustellen? Es ist beides nicht einfach, aber es ist einfacher sich direkt mit Regeln einzuleben, zumindest seh ich das so. Auch bei einem Welpen würde ich niemals anders Handeln.
Daher gibt es bei uns schon einige Regeln, auch an der Leinenführung. Das ist am Anfang blöd, ja gar keine Frage, gerade für einen Straßenhund der nie an der Leine war, aber.. es klappt, es klappt gut und Hundewurst, eine tadelnde Stimme und Streicheleinheiten gekoppelt mit klaren Regeln sind ein perfektes Team. So ist auch der Hund viel entspannter, aber warum?
Er konzentiert sich auf dich, auf einen selbst und vergisst die Umwelt. Er darf teilhaben, ja er darf Aufmerksam sein, schauen.. aber eben mit lohnenden Regelungen. Straßenhunde sind sensibel, nie sollte man grob oder ruckartige Bewegungen machen, bis dein Hund dich kennt. Sei behutsam, würdevoll, liebevoll und respektvoll, aber auch tadelnd. Kurz – sei konsequent. Führe kleine Rituale ein. Zum Beispiel „Sitz“ bevor er frei laufen darf. Er wird schnell merken, das „Sitz“ die Premisse für den Freilauf ist. 🙂 Dazu gibts einen Keks und dann ab ins Grüne an der Schleppleine.
Wie sieht es nach zwei Wochen bei uns aus?
Ich würde sagen, sehr gut. An der Schleppleine hört der kleine hervorragend. Die täglichen Leinenübungen an der Führleine erfüllen seinen Zweck. So muss er immer links laufen, darf nicht ziehen, die Leien sollte locker durchhängen. Ein zu schnelles nach vorn rennen bringt ihn nicht weiter, denn ich bleibe stehen, oder drehe mich um und laufe in eine andere Richtung. Der Hund findet das erstmal total kacke… wird aber schnell merken, wenn er gut läuft, das es sich für Ihn Belohnungstechnisch lohnt, denn es gibt neben einem ausgiebigen Lob ein Stück Wurst.
Ich darf beide Hunde mit ins Büro nehmen. Dort machen wir jeden Tag ein paar kurze Trainingseinheiten, die wie ich finde nach zwei Wochen schon sehr gut sitzen 🙂
Weitere Beiträge
Route von Straßenhund Fox
Wirklich eine gute Tat? Straßenhunde aus der Tötung retten | BR24 vor Ort
In Rumänien werden sie getötet, in Deutschland sollen sie endlich ein sicheres Zuhause finden: Viele Organisationen holen Straßenhunde aus dem Ausland hierher. Doch nicht alle dieser Organisationen arbeiten seriös, manche machen die Situation nur noch schlimmer. Und schließlich warten auch in Deutschland etliche Hunde in Tierheimen auf ein neues Zuhause. Ist es überhaupt sinnvoll, einen